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Kyjiw: Ein Toter und acht Verletzte nach russischen Angriffen

Bei russischen Angriffen auf Kyjiw ist in der Nacht zum Montag eine 21-jährige Frau getötet worden, acht Menschen wurden verletzt. Getroffen wurden auch eine Metrostation und eine Bildungseinrichtung.

Kyjiw: Ein Toter und acht Verletzte nach russischen Angriffen
Grafik: EuroPulse

Bei russischen Angriffen auf Kyjiw ist in der Nacht zum Montag eine 21-jährige Frau getötet worden, acht Menschen wurden verletzt. Getroffen wurden auch eine Metrostation und eine Bildungseinrichtung.

Bei russischen Angriffen auf Kyjiw ist in der Nacht zum Montag eine 21-jährige Frau getötet und sind acht Menschen verletzt worden. Wie der ukrainische Katastrophenschutz DSNS in seinem Telegram-Kanal mitteilte, wurden die Folgen in mindestens drei Stadtteilen der Hauptstadt registriert.

Der BBC-Ukraine-Sendung zufolge hatte Russland die Stadt am späten Abend des Sonntag, 18. Oktober, mit ballistischen Raketen angegriffen; in der Nacht folgten Drohnenangriffe. Kyjiws Bürgermeister Vitalij Klitschko meldete zunächst den Tod der 21-Jährigen und später drei Verletzte. Die Zahl der Verletzten stieg nach Angaben des Katastrophenschutzes vom Montag auf acht.

Feuer in drei Stadtteilen, Metrostation beschädigt

Im Stadtteil Desnjanskyj löschten die Einsatzkräfte nach DSNS-Angaben einen Brand in einem dreigeschossigen Nichtwohngebäude. Die Fassade wurde teilweise zerstört, geparkte Autos in der Nähe beschädigt. An der Brandstelle wurde eine getötete Person gefunden. An einer anderen Adresse im selben Stadtteil wurde laut DSNS eine Station der Kyjiwer Metro beschädigt.

Die Metro teilte mit, bei dem massiven Beschuss sei eine oberirdische Station sowie seien Gleise und Kabelnetz in Mitleidenschaft gezogen worden. Am Morgen verkehren die Züge zwischen den Stationen „Akademmistetschko“ und „Darnyzja“ nach Fahrplan. Die oberirdischen Stationen „Tschernihiwska“ und „Lisowa“ bleiben laut BBC Ukraine vorübergehend für Ein- und Ausstieg geschlossen.

Im Stadtteil Solomjanskyj brach nach DSNS-Angaben in einem medizinischen Gebäude im dritten Stock eines 25-geschossigen Wohnhauses ein Feuer aus. Fassade und Fenster des Hauses wurden beschädigt. Im Stadtteil Dniprowskyj wurde ein Gebäude einer Bildungseinrichtung getroffen.

Angriffe auf die Energieinfrastruktur als Teil der Winterstrategie

Die nächtlichen Schläge auf Kyjiw fallen in eine Phase verstärkter russischer Luftangriffe. Die Wiener Tageszeitung „Die Presse“ berichtete am Sonntag, 18. Oktober, unter Berufung auf den Energie-Think-Tank DiXi Group, seit Ende September nähmen die Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur wieder zu. Im September habe Russland mehr als 6.300 Langstreckendrohnen gegen die Ukraine eingesetzt, 30 Prozent mehr als im August, schreibt die Zeitung.

Der Forschungsdirektor der DiXi Group, Roman Nizowytsch, sagte der „Presse“, es gebe Grund genug, ein pessimistisches Szenario für „sehr wahrscheinlich“ zu halten. „Im Grunde sehen wir die Wiederholung der Situation in Kyjiw von Ende Jänner 2026, aber in größerem Maßstab“, so Nizowytsch. Die Russen hielten gezielt den Druck aufrecht, um das Leben unmöglich zu machen, Menschen zur Flucht zu zwingen und die Lage zu destabilisieren.

Der Datenanalyst Marcus Welsch, der für den „Monitor Luftkrieg“ das Kriegsgeschehen beobachtet, sagte der „Presse“, Kyjiw sei derzeit am stärksten von den Luftangriffen betroffen. „Das ist neu.“ Die Russen überlegten jeden Winter neu, wie sie den Zusammenbruch des ukrainischen Stromnetzes hinkriegen könnten.

Zugleich verwies Nizowytsch auf verbleibende Reserven: Die Gasspeicher seien voll, anders als in vielen EU-Staaten. Bei der Stromerzeugung habe die Ukraine Kapazitäten wiederhergestellt. Die Regierung habe im August damit gerechnet, die verfügbare Stromleistung einschließlich Importmöglichkeiten bis Jahresende auf 21,4 Gigawatt steigern zu können – sofern weitere russische Angriffe nicht zu erheblichen Schäden führen.

Die Energieexpertin Olena Pawlenko, Präsidentin der DiXi Group, verwies gegenüber der „Presse“ auf einen im Land verabschiedeten Resilienzplan, der die Kommunen in die Pflicht nimmt. „Damit wird die Verantwortung an Gemeinden und Städte übertragen“, sagte sie. Städte wie Chmelnyzkyj und Schytomyr gälten als gut vorbereitet, Kyjiw dagegen nicht in gleichem Maße. Für die europäische Öffentlichkeit hat Nizowytsch eine Warnung: „Die Bevölkerung sollte auf Szenarien wie Stromausfälle oder Beschädigung von Umspannwerken vorbereitet sein.“

Am selben Morgen griff Russland nach Angaben der BBC Ukraine auch Lwiw mit einer strahlgetriebenen Drohne an. Der Kyjiwer Stadtchef Andrij Sadowyj und der Gouverneur der Region Lwiw, Maksym Kosyzkyj, hatten zuvor vor der Annäherung des Drohne gewarnt. Über die Luftabwehr in der Region wurde berichtet. Bereits am Vortag waren Drohnen über Lwiw im Einsatz; zwei wurden nach BBC-Angaben am Stadtrand abgeschossen, Wohnhäuser beschädigt und ein Logistiklager brannte.

Die Angaben zu den Opfern in Kyjiw stammen vom Katastrophenschutz DSNS und vom Bürgermeister der Stadt. Eine unabhängige Bestätigung der Militärverwaltung lag zunächst nicht vor.

Quellen

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