Seit dem 1. Juli ist der Luise-Kiesselbach-Tunnel in Richtung Norden gesperrt. Die Stadt muss die Unterführung dringend sanieren, nachdem sie vor zwei Jahren bei einem Lkw-Brand stark beschädigt und nur provisorisch repariert wurde. Täglich passieren rund 100.000 Fahrzeuge pro Richtung den Tunnel. Nun soll sich der Verkehr einen Monat lang auf andere Straßen verteilen – mit spürbaren Folgen.
Bereits am ersten Morgen staute es sich auf der Garmischer Straße, die als Ersatzroute dient, sowie auf der Fürstenrieder Straße. Die Stauanzeige meldete zehn Minuten Zeitverlust. Auch die Plinganser Straße war stark belastet, dort verloren Autofahrer laut Stauanzeige 13 Minuten. Die Stadt hatte zwar Ampelschaltungen angepasst und zusätzliche Fahrspuren geöffnet, doch der Effekt blieb zunächst aus.
Die CSU kritisierte den Zeitpunkt der Sperrung scharf. Stadträtin Veronika Mirlach sprach von einer „Vollkatastrophe“. Die Fraktion beantragte eine aktuelle Stunde im Stadtrat. Sie hatte gefordert, die Sanierung nicht im Juli durchzuführen, da parallel zahlreiche andere Baustellen den Verkehr behindern – darunter die Sanierung der Donnersbergerbrücke und der Brücke an der Dachauer Straße sowie die Sperrung der U-Bahn-Linien U3 und U6. Die Menschen im Stadtwesten seien „am Limit“, so Mirlach.
Mobilitätsreferent Georg Dunkel verteidigte den Termin: Die Sanierung sei zu keinem anderen Zeitpunkt möglich gewesen. Im vergangenen Jahr habe die Baustelle zur Tram-Westtangente die Ausweichroute blockiert. Im August sei die Bahnstrecke München–Starnberg gesperrt, weshalb der Ring als Ausweichroute freigehalten werden müsse. Die Grünen und die SPD zeigten Verständnis. Das Mobilitätsreferat kündigte an, die Verkehrssituation zu beobachten und bei Bedarf nachzusteuern.
Quelle: www.sueddeutsche.de



