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Weniger Börsengänge trotz robuster Aktienmärkte

In den ersten sechs Monaten des Jahres haben weltweit deutlich weniger Unternehmen den Gang an die Börse gewagt. Wie die Beratungsgesellschaft EY mitteilt, sank die Zahl der Börsengänge um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Weniger Börsengänge trotz robuster Aktienmärkte
Bild: Tagesschau

EY zählte von Januar bis Juni 2026 insgesamt 483 Initial Public Offerings (IPOs) weltweit. Das sind zwölf Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2025. Als Hauptgrund nennt EY die zunehmenden geopolitischen Spannungen, insbesondere den seit Ende Februar andauernden Krieg der USA und Israels gegen Iran. Die Blockade der Straße von Hormus habe den Welthandel mit Öl, Gas und Düngemitteln wochenlang gestört und Unternehmen sowie Investoren verunsichert.

Regional zeigt sich ein gemischtes Bild: In Europa stieg die Zahl der IPOs nur um zwei Prozent, während China (inklusive Hongkong) einen Zuwachs von 39 Prozent verzeichnete. In den USA hingegen wagten über ein Drittel weniger Unternehmen den Börsengang. Beim Emissionsvolumen lagen die USA jedoch vorn: Der Gesamtwert neu ausgegebener Aktien stieg um rund 200 Prozent, angetrieben durch den SpaceX-Börsengang im Juni mit einem Volumen von rund 86 Milliarden Dollar – dem größten aller Zeiten.

Trotz des Iran-Kriegs zeigten sich die weltweit wichtigsten Aktienindizes robust. Der japanische Nikkei legte seit Jahresbeginn um über 40 Prozent zu, der technologielastige US-Index Nasdaq 100 um über 20 Prozent. Der Deutsche Aktienindex (DAX) blieb mit einem Plus von zwei Prozent bescheiden, bewegte sich am Mittag um die Marke von 25.000 Punkten. Die Inflation in der Eurozone fiel im Juni auf 2,8 Prozent – der erste Rückgang seit Kriegsbeginn, wie Chefvolkswirt Jörg Krämer von der Commerzbank betonte.

Quelle: Tagesschau