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Oleschky: Evakuierung abgeschlossen, 750 Plätze bereit

Die Evakuierung der besetzten Frontstadt Oleschky ist am Freitag weitgehend abgeschlossen worden, wobei bis zu 2.000 Menschen in der Stadt verbleiben. Die Menschen werden über die Krim entweder nach Russland oder in nicht besetzte Gebiete der Ukraine gebracht.

Oleschky: Evakuierung abgeschlossen, 750 Plätze bereit
Archivfoto: Dmytro Petishkin / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

Die Evakuierung der besetzten Frontstadt Oleschky ist am Freitag weitgehend abgeschlossen worden, wobei bis zu 2.000 Menschen in der Stadt verbleiben. Die Menschen werden über die Krim entweder nach Russland oder in nicht besetzte Gebiete der Ukraine gebracht.

Die Evakuierung der von Russland besetzten Frontstadt Oleschky ist am Freitag weitgehend abgeschlossen worden – ohne Zwischenfälle, wobei bis zu 2.000 Menschen in der Stadt verbleiben. Das berichtet der österreichische Sender ORF unter Berufung auf die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa und ihren ukrainischen Amtskollegen Dmytro Lubinez, die beide am Freitag, 30. Oktober, in der Stadt waren, um den Einsatz zu koordinieren. Zuvor waren 25 Busse mit mehr als 750 Plätzen bereitgestellt worden, begleitet von neun Krankenwagen für bettlägerige Menschen.

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„Auch denjenigen, die sich nicht angemeldet und sich kurzfristig entschieden haben, wurde die Möglichkeit zur Abreise gewährt“, sagte Lantratowa in einer Videobotschaft auf Telegram. „Gerade befinden wir uns in Armjansk und teilen die Fahrzeugkolonne auf“, so Lantratowa weiter. Ein Teil der Menschen werde von der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim weiter in nicht besetzte Gebiete der Ukraine reisen, die übrigen fuhren nach Russland.

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Wie tagesschau.de berichtet, war der Konvoi am Morgen auf der Krim gestartet. Am Nachmittag verließ er die Stadt mit den Menschen, die zur Flucht bereit waren. Nach Angaben der ARD könnten insgesamt etwa 800 Menschen in Sicherheit gebracht werden; der ARD-Korrespondent Florian Kellermann berichtet, man gehe davon aus, dass etwa die Hälfte der Menschen evakuiert werden wolle. Die übrigen können nach Darstellung von tagesschau.de je nach Wunsch auch auf von Russland kontrolliertem Gebiet bleiben.

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Feuerpause bis Sonntag, begrenzt auf Oleschky

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Ermöglicht wurde der Einsatz durch eine seit drei Tagen haltende lokale Feuerpause, die nach Angaben von tagesschau.de noch bis Sonntag gilt und auf Oleschky und Umgebung begrenzt ist. Vermittelt wurde sie nach Darstellung des ORF durch Papst Leo XIV. und die First Lady der USA, Melania Trump, und bezog Russland wie die Ukraine ein; aus dem Weißen Haus hieß es laut tagesschau.de, die Waffenruhe sei maßgeblich von Melania Trump vermittelt worden. Weder die Ukraine noch Russland hätten die Feuerpause gebrochen, sagte Lubinez, der den Konvoi begleitete. In den vergangenen Tagen wurde die Zeit genutzt, um die Zufahrtswege nach Oleschky von Minen zu befreien; dabei kamen laut Lantratowa zwei Menschen ums Leben.

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Für die Menschen, die in Oleschky bleiben wollen, kamen die ersten Hilfslieferungen an – vor allem Lebensmittel wie Mehl, Getreide, Zucker, Speiseöl sowie Fleisch- und Fischkonserven, außerdem Hygienemittel und Treibstoff für Notstromgeräte. Das zentrale Krankenhaus erhielt Medikamente wie Antibiotika und Insulin. Die humanitäre Lage in der Stadt, die vor dem Krieg rund 24.000 Einwohner zählte, ist prekär: Es fehlt an Essen, medizinischer Versorgung, Strom, Gas und fließendem Wasser. Der letzte Lebensmitteltransport hatte die Stadt nach Angaben von tagesschau.de im Mai erreicht, den Sommer über zehrten die Menschen von dem, was sie in ihren Gärten anbauten; diese Vorräte seien nun aber zu Ende gegangen. „Die Menschen haben schon gehungert“, sagte Korrespondent Kellermann.

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Ein Modell für andere Städte – oder ein Einzelfall?

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Lubinez sagte, er hoffe, das Vorgehen in Oleschky könne zum Modell für weitere Städte in der Region werden, die sich in einer ähnlichen Lage befinden; darüber habe er sich mit Lantratowa abgesprochen. Beide appellierten am Freitag an Melania Trump, sich weiter für notleidende Menschen in Kriegszeiten einzusetzen, und hielten laut ORF Wiederholungen solcher Aktionen für möglich. Russlands Präsidialamtssprecher Dmitri Peskow hatte zuvor jedoch betont, bei der Feuerpause in Oleschky handle es sich um einen Einzelfall, der nicht auf den allgemeinen Friedensprozess übertragen werden dürfe.

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Beobachter in der Region sehen in der Feuerpause auch Gefahren für die Ukraine: Von Oleschky aus beschießen ukrainische Drohnenpiloten seit Jahren die Großstadt Cherson auf der anderen Seite des Dnipro. Befürchtet wird, dass Russland die Gelegenheit nutzt, seine militärische Situation dort zu verbessern. An anderer Stelle setzte Russland seine Angriffe während der lokal begrenzten Feuerpause nach Angaben von tagesschau.de mit unverminderter Härte fort, zuletzt auf Kyjiw und den Bahnhof in Dnipro. Am Freitag nahm Russland nach eigenen Angaben Energieinfrastruktur in und um Kyjiw sowie Hafenanlagen in der Region Odessa ins Visier und meldete mehr als 1.000 abgeschossene ukrainische Drohnen über russischen Regionen. Zugleich berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Insider, die Ukraine habe Angriffe auf russische Ölraffinerien auf Druck von US-Präsident Donald Trump ausgesetzt; Moskau meldete am Freitag jedoch erneut solche Angriffe. Vizeministerpräsident Alexander Nowak sagte laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti, drei Raffinerien und ein Gas-Chemie-Komplex seien angegriffen worden.

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Anmerkung der Redaktion: Die Evakuierung ist ein humanitärer Erfolg – ob sie politisch mehr als eine Ausnahme bleibt, hängt an der Frage, ob Moskau das Modell auf andere Orte überträgt. Peskow hat das bereits ausgeschlossen.

Zuvor berichtet: Oleschky: 25 Busse für 750 Menschen bereitgestellt

Quellen

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