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MyRadl in München: Wer Leihräder gratis bekommt

Seit Mai gibt es im MVV-Raum Leihräder an rund 1.000 Stationen. Die erste halbe Stunde ist gratis – aber nur für bestimmte Abos.

MyRadl in München: Wer Leihräder gratis bekommt
Symbolbild: tretty GmbH Bike & Scooter Sharing / Pexels

Seit Mai gibt es im MVV-Raum Leihräder an rund 1.000 Stationen. Die erste halbe Stunde ist gratis – aber nur für bestimmte Abos.

Ein Rad an der S-Bahn-Station nehmen, in der Nachbargemeinde abstellen – und für die erste halbe Stunde nichts zahlen: Das geht im Raum München seit dem 7. Mai mit MyRadl, dem regionalen Bikesharing des MVV. Für viele, die ohne Auto zwischen Stadt und Umland pendeln, ist das die günstigste Ergänzung zum Nahverkehr. Aber der Rabatt hängt an einer Bedingung, die leicht übersehen wird.

MyRadl läuft in München und 36 umliegenden Städten und Gemeinden. Rund 1.000 Stationen sind eingerichtet, geplant sind insgesamt mehr als 6.700 Räder – klassische Fahrräder und Pedelecs. Ausleihe und Rückgabe sind rund um die Uhr möglich, auch über Gemeinde- und Landkreisgrenzen hinweg. Betreiber ist nextbike, das die europaweite Ausschreibung gewonnen hat; getragen wird das System von MVV, Stadt München und den Verbundlandkreisen.

Was kostet eine Fahrt – und wer fährt gratis?

Der Grundtarif liegt bei 1 Euro pro 30 Minuten für ein klassisches Rad und 3 Euro für ein E-Bike. Der Tagestarif beträgt 9 Euro (Rad) beziehungsweise 18 Euro (E-Bike) pro Fahrt. Wer ein berechtigtes ÖPNV-Abo hat, fährt das normale Rad in den ersten 30 Minuten jeder Ausleihe gratis; beim E-Bike kostet die erste halbe Stunde 1,50 Euro. Danach gilt der Normalpreis.

Berechtigt sind laut MVV Inhaber eines MVG-Abos sowie Nutzer, die ihr Deutschland-Ticket direkt in der MVV-App gekauft haben – dazu Studierende der Hochschule Landshut mit ermäßigtem Deutschland-Ticket vom MVV. Wer sein Deutschland-Ticket anderswo gekauft hat, etwa bei der Bahn, bekommt den Rabatt nach aktuellem Stand nicht; der MVV kündigt an, weitere Partner „in Kürze“ aufzunehmen. Ausgenommen ist das 365-Euro-Ticket für Schüler. Preise für Monats- und Jahresabos ohne ÖPNV-Abo nennen die ausgewerteten Quellen nicht – sie stehen auf myradl.de.

Wie viel das in der Praxis bringt, zeigen die Nutzungsdaten: In den ersten sechs Wochen gab es rund 116.200 Fahrten, etwa ein Drittel auf Pedelecs. Im Schnitt dauerte eine Fahrt 19 Minuten und war 2,4 Kilometer lang. Wer so fährt und ein berechtigtes Abo hat, zahlt mit dem klassischen Rad nichts; ohne Abo wären es 1 Euro pro Fahrt, mit E-Bike 3 Euro.

So kommen Sie ans Rad

MyRadl lässt sich über die MVV-App, die MVGO-App und die nextbike-App nutzen. Vor der ersten Fahrt ist eine einmalige Registrierung nötig; danach wird der QR-Code am Hinterrad gescannt. Wer ein Abo hat, muss die Abonummer einmal hinterlegen, damit der Rabatt greift. Die Standorte zeigen die Apps und myradl.de. Bei Problemen hilft der nextbike-Service unter +49 89 12230341.

Unsere Einschätzung: Für kurze Strecken zum Bahnhof oder zwischen Stadtteilen ist MyRadl mit Abo kaum zu schlagen. Für Nutzer, die ihr Deutschland-Ticket nicht über die MVV-App gekauft haben, lohnt sich ein Blick auf die Bedingungen – ein Wechsel der Bezugsquelle könnte sich beim nächsten Abschluss rechnen. Sicher ist das nicht: Die Regeln können sich ändern, wenn weitere Partner dazukommen.

Quellen: muenchen.de, MVV, Abendzeitung München, MyRadl

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