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Ballistische Raketen auf Kyjiw: drei Verletzte, darunter ein Kind

Mehrere Wellen russischer Ballistik haben in der Nacht zum Samstag Kyjiw getroffen. In Solomjanskyj wurden Wohnhäuser, ein Kindergarten und eine Gewerbeimmobilie beschädigt, drei Menschen wurden verletzt.

Ballistische Raketen auf Kyjiw: drei Verletzte, darunter ein Kind
Grafik: EuroPulse

Mehrere Wellen russischer Ballistik haben in der Nacht zum Samstag Kyjiw getroffen. In Solomjanskyj wurden Wohnhäuser, ein Kindergarten und eine Gewerbeimmobilie beschädigt, drei Menschen wurden verletzt.

Bei mehreren Wellen russischer ballistischer Raketen auf Kyjiw sind in der Nacht zum Samstag drei Menschen verletzt worden, darunter ein Kind. Das teilte die Kyjiwer Stadtverwaltung nach Angaben des Nachrichtenportals Ukrajinska Prawda mit; die Angaben stützen sich auf die Kyjiwer Stadtverwaltung und den Katastrophenschutz DSNS.

Betroffen war demnach vor allem der Stadtteil Solomjanskyj. Dort brachen Brände aus, Wohnhäuser, ein Kindergarten und ein Gewerbegebäude wurden beschädigt oder zerstört. Nach Angaben des Katastrophenschutzes (DSNS), über die auch die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet, wurde an einer Adresse die Fassade im Erdgeschoss eines fünfgeschossigen Wohnhauses teilweise zerstört; dort gab es kein Feuer und keine Opfer. An drei weiteren Adressen zerstörte die Druckwelle Fenster in fünfgeschossigen Häusern, eine Person wurde verletzt. Ein zweigeschossiges Gebäude auf dem Gelände eines Kindergartens sei durch einen direkten Treffer zerstört worden, hieß es weiter. An einem anderen Ort brannten ein geparkter Lastwagen und ein Gewerbegebäude; das Feuer wurde gelöscht.

Die Kyjiwer Stadtverwaltung erklärte laut dem Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda: „An zwei weiteren Adressen wurden zwei Menschen verletzt, darunter ein Kind. Insgesamt wurden durch den Angriff drei Menschen verletzt.“

Warnung vor einem neuen Massenangriff

Der Angriff folgte nur Stunden, nachdem Präsident Wolodymyr Selenskyj vor einer weiteren massiven russischen Attacke auf die Infrastruktur gewarnt hatte. Nach Angaben der Kyiv Independent sagte er am Abend, Geheimdienstinformationen deuteten auf einen neuen großen Schlag gegen Energieanlagen, Brücken und zivile Infrastruktur hin. Die Kyiv Independent berichtet unter Berufung auf ihre eigenen Journalisten vor Ort, dass mindestens sechs Raketen innerhalb weniger Minuten auf die Stadt abgefeuert worden seien; rund 30 Minuten später sei Entwarnung gegeben worden. Kurz vor Mitternacht habe erneut Alarm gegolten, kurz nach 1 Uhr sei eine weitere Welle gefolgt, mit mindestens sechs lauten Detonationen. Weitere Explosionen habe es um 3:04 Uhr und um 3:30 Uhr Ortszeit gegeben.

Kyjiws Bürgermeister Witali Klitschko meldete laut Kyiv Independent Explosionen in den Vororten und warnte, Russland greife Infrastruktur mit ballistischen Raketen an. Später berichtete er von Schäden an einem fünfgeschossigen Wohnhaus in Solomjanskyj und von zersprungenen Fenstern an einem weiteren fünfgeschossigen Gebäude. Die Kyiv Independent weist darauf hin, dass das volle Ausmaß der Folgen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung noch nicht absehbar war und die Angriffe andauerten.

Treffer auch in der Region Kyjiw

Außerhalb der Hauptstadt meldete der Gouverneur der Region Kyjiw, Tymur Tkatschenko, laut Kyiv Independent einen Drohnenangriff im Rajon Browary, bei dem ein Haus in Brand geraten sei. Ein Mann sei aus den Trümmern geborgen und wegen Verbrennungen und mehrerer Splitterwunden ins Krankenhaus gebracht worden. Die Kyiv Independent fasst die Opferzahlen mit mindestens drei Verletzten in der Stadt und einem weiteren Verletzten in der Region zusammen.

Die Hauptstadt mit rund drei Millionen Einwohnern, von der Größe her mit Berlin vergleichbar, steht seit Wochen unter schwerem Beschuss, während Russland seine jährliche Kampagne gegen das ukrainische Stromnetz beginnt. Am 3. November hatte die Stadt nach Angaben der Kyiv Independent den größten Angriff auf die Energieversorgung in diesem Jahr erlebt, mit großflächigen Stromausfällen und Unterbrechungen der Wasserversorgung. Vor dem Winter streiten sich Stadtverwaltung und Regierung über die Verantwortung für den Zustand der Kyjiwer Energieinfrastruktur.

Anmerkung der Redaktion: Die Berichte stammen aus der Nacht und wurden laufend aktualisiert. Die Kyiv Independent kündigte weitere Updates an; das Ausmaß der Schäden war zunächst nicht vollständig erfasst.

Quellen

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