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Merz‘ Urlaubslektüre: Das Narrenschiff und seine Botschaften

Friedrich Merz will im Urlaub den Roman „Das Narrenschiff“ von Christoph Hein lesen. Die FAZ kommentiert die Wahl als passend und verweist auf die lange Tradition der Narrenschiff-Metapher in der Politik.

Merz‘ Urlaubslektüre: Das Narrenschiff und seine Botschaften
Bild: media0.faz.net

Friedrich Merz will im Urlaub den Roman „Das Narrenschiff“ von Christoph Hein lesen. Die FAZ kommentiert die Wahl als passend und verweist auf die lange Tradition der Narrenschiff-Metapher in der Politik.

Die Urlaubslektüre von Friedrich Merz sorgt für Gesprächsstoff: Wie die FAZ berichtet, hat sich Merz vorgenommen, in den Ferien den Roman „Das Narrenschiff“ von Christoph Hein zu lesen. Die Zeitung kommentiert diese Wahl als „gute Wahl“ mit „zahlreichen Anschlussmöglichkeiten“ und liefert gleich mehrere literarische und historische Verweise.

Die Narrenschiff-Metapher ist für Merz nicht neu. Bereits vor vier Jahren rief er Bundeskanzler Olaf Scholz zu: „Stoppen Sie dieses rot-grün-gelbe Narrenschiff!“ – damals in seiner Rolle als Oppositionsführer. Heute, so die FAZ, sei er selbst „Steuermann einer meuternden Mannschaft“, ein Verweis auf die Kritik aus den eigenen Reihen an der Kommunikation bei der Kabinettsumbildung.

Von Sebastian Brant bis Platon

Die FAZ erinnert an das mittelalterliche Narrenschiff von Sebastian Brant aus dem 15. Jahrhundert, in dem ein Heiliger namens „St. Grobian“ auftritt. Die Moralsatire hält für solche Fälle einen Rat bereit: „Es lebt auf Erden gar kein Mann, / Der recht thun jedem Narren kann.“ Merz solle daher erst einmal die Füße hochlegen – in seinem Urlaubsdomizil am Tegernsee.

Als weitere Lektüre empfiehlt die FAZ Platons „Politeia“. Im sechsten Buch beschreibt Sokrates ein Schiff, auf dem Kapitän und Matrosen um das Steuerrad balgen und das manövrierunfähig davontreibt. Platons Konsequenz: Ein Staat könne sinnvoll nur von einem Einzelnen regiert werden – am besten von einem Philosophen. Das, so die FAZ, könne man vom Ex-Blackrock-Chairman Merz „nun wahrlich nicht behaupten“.

Von Bosch bis zum Blockbuster

Alternativ schlägt die FAZ die Betrachtung des Gemäldes „Das Narrenschiff“ von Hieronymus Bosch vor – sofern es nach den jüngsten Diebstahlserien in Frankreich noch im Louvre hängt. Oder aber ein Blockbuster: „Fluch der Karibik“. Die Besatzung setzt ihren Kapitän Jack Sparrow auf einer Insel aus und verprasst das Aztekengold – ein Hinweis auf das „Sondervermögen“. Der Name des Schiffs lautet Black Pearl, und Merz könnte darin eine Warnung an seine aufbegehrende Partei sehen.

Abschließend zitiert die FAZ Reinhard Mey, der 1997 in seinem Lied „Narrenschiff“ sang: „Schwarze Perle, nimm nicht Kurs aufs Riff.“ Gemeint war damals Helmut Kohl – ein Jahr später wurde er abgewählt.

Quelle: www.faz.net