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Komyschuwacha: Zahl der Toten steigt auf 42

Vier Tage nach dem russischen Luftangriff auf die unterirdische Schule in Komyschuwacha sind 42 Tote geborgen. Unter den Trümmern könnten laut Nationalpolizei noch 33 Menschen liegen.

Komyschuwacha: Zahl der Toten steigt auf 42
Grafik: EuroPulse

Vier Tage nach dem russischen Luftangriff auf die unterirdische Schule in Komyschuwacha sind 42 Tote geborgen. Unter den Trümmern könnten laut Nationalpolizei noch 33 Menschen liegen.

Die Zahl der Toten nach dem russischen Luftangriff auf die unterirdische Schule in Komyschuwacha in der Oblast Saporischschja ist auf 42 gestiegen. Das teilte die Nationalpolizei der Ukraine am Donnerstag, 5. November, auf Facebook mit, wie die Nachrichtenagentur Ukrinform berichtet. Es ist der vierte Tag der Rettungsarbeiten. „Komyschuwacha. Vierter Tag der Notfall- und Rettungsmaßnahmen. Derzeit wurden 42 getötete Menschen aus den Trümmern geborgen. Die Identifizierung nicht erkennbarer Leichen dauert an“, zitiert Ukrinform aus der Mitteilung. Unter den Trümmern könnten sich nach Angaben der Polizei noch 33 Menschen befinden. Die Arbeiten gehen weiter.

Am Mittwoch, 4. November, war die Zahl der Toten noch mit 40 angegeben worden, darunter vier Polizisten. Russische Truppen hatten am Montag, 2. November, mehrere Fliegerbomben auf die Schule abgeworfen, die als humanitärer Hilfsverteilungspunkt und als „Punkt der Unbeugsamkeit“ genutzt wurde. Der Angriff traf die Menschen, als dort Hilfsgüter ausgegeben wurden.

Neun Bomben, ein zweiter Einschlag auf den Schutzraum

Nach Darstellung von Präsident Wolodymyr Selenskyj warfen russische Flugzeuge im Laufe des Vormittags des 2. November zunächst eine Bombe auf die Schule ab. Als Anwohner, Gemeindevertreter, Polizisten und Rettungskräfte den Verletzten halfen, folgten nach seinen Angaben weitere neun Fliegerbomben auf den Schutzraum, in dem sich die Menschen in Sicherheit gebracht hatten. Die Polizei veröffentlichte am 4. November Bodycam-Aufnahmen eines getöteten Beamten, die zeigen, wie er die Menschen vor dem zweiten Einschlag zum Schutz auffordert. Nach Angaben der Polizei befanden sich Zivilisten und Rettungskräfte bereits im Schutzraum, als dieser getroffen wurde.

Nach Angaben des Gouverneurs der Oblast Saporischschja, Mychajlo Semikin, wurden bei dem Angriff eine Turnhalle, ein Nebengebäude und ein Feuerwehrfahrzeug zerstört, das Schulgebäude wurde beschädigt. „Das Ausmaß der Tragödie ist entsetzlich. Hinter jeder Zahl steht ein Menschenleben, eine Familie, die ihre Angehörigen verloren hat oder noch auf Nachrichten wartet“, sagte Semikin laut dem Kyiv Independent. Unter den Toten sind nach Angaben des Staatlichen Katastrophenschutzdienstes (DSNS) auch die beiden 44-jährigen Rettungskräfte Denys Konowalenko und Oleksij Suschtschewskyj.

Identifizierung läuft, Angehörige geben DNA-Proben ab

Die Bergungsarbeiten gestalten sich schwierig. Nach Angaben der Polizei und regionaler Behörden vom 4. November waren zu diesem Zeitpunkt 59 Menschen als vermisst gemeldet, bis zu 38 könnten noch unter den Trümmern liegen. Ein Teil der Vermissten kann unter den geborgenen, noch nicht identifizierten Toten sein. Zwölf Opfer waren laut Polizei bis dahin identifiziert, von Angehörigen werden DNA-Proben genommen.

Nach Angaben von Iwan Fedorow, Mitvorsitzender des Regionalen Verteidigungsrats von Saporischschja, setzte Russland zunächst gelenkte FAB-500-Fliegerbomben ein, später schwerere FAB-3000 mit rund drei Tonnen Gewicht. Deren Zerstörungskraft übersteige bei Weitem das, wogegen unterirdische Schulen in der Ukraine ausgelegt seien, sagte Fedorow laut dem New Voice of Ukraine. Komyschuwacha liegt etwa 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt und gilt seit November 2025 als Frontort.

Selenskyj hatte am 4. November von einer „äußerst schrecklichen“ und „extrem schwierigen“ Rettungsaktion gesprochen, die unter ständiger Gefahr weiterer russischer Angriffe laufe. Zugleich kritisierte er die seiner Ansicht nach geringe internationale Reaktion auf den Angriff. Die Ukraine brauche jetzt Unterstützung bei der Luftverteidigung.

Zuvor berichtet: Komyschuwacha: Zahl der Toten steigt auf 40

Quellen

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