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Angriff auf Charkiw: Klinik getroffen, mindestens 25 Verletzte

Russische Streitkräfte haben in der Nacht zum Dienstag mit ballistischen Raketen und Gleitbomben Charkiw angegriffen. In einem Klinikgebäude im Stadtteil Nemyschljanskyj wurden mindestens 25 Menschen verletzt, rund 200 Patienten sollen verlegt werden.

Angriff auf Charkiw: Klinik getroffen, mindestens 25 Verletzte
Grafik: EuroPulse

Russische Streitkräfte haben in der Nacht zum Dienstag mit ballistischen Raketen und Gleitbomben Charkiw angegriffen. In einem Klinikgebäude im Stadtteil Nemyschljanskyj wurden mindestens 25 Menschen verletzt, rund 200 Patienten sollen verlegt werden.

Bei einem russischen Angriff mit ballistischen Raketen und Gleitbomben auf Charkiw ist in der Nacht zum Dienstag ein Klinikgebäude im Stadtteil Nemyschljanskyj getroffen und mindestens 25 Menschen verletzt worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ukrinform. Der Bürgermeister der Stadt, Ihor Terechow, hatte zunächst vier Verletzte nach dem Einschlag gemeldet, später nannte Oleh Synjehubow, Chef der regionalen Militärverwaltung von Charkiw, nach aktualisierten Angaben 25 Verletzte.

Nach Angaben des Gouverneurs schlug ein feindlicher Angriff in einem Durchgang zwischen Gebäuden der Klinik ein. Beschädigt wurden demnach das Gebäude einer medizinischen Abteilung, die Fenster von vier mehrstöckigen Wohnhäusern sowie zehn Pkw. Rettungsdienste und medizinisches Personal waren im Einsatz, um Verletzte zu versorgen und Patienten zu verlegen. Wie Ukrinform und Kyiv Post berichten, sollen rund 200 Patienten in andere medizinische Einrichtungen gebracht werden.

Widersprüchliche Zahlen zur Opferzahl

Die Angaben zur Zahl der Verletzten weichen in den Quellen voneinander ab. Ukrinform nennt unter Berufung auf Synjehubow mindestens 25 Verletzte. Der Kyiv Independent berichtet unter Berufung auf lokale Behörden von 62 Verletzten, der Kyiv Post in seiner aktualisierten Meldung unter Berufung auf ukrainische Behörden von mindestens 73 Verletzten.

Terechow hatte die Bevölkerung nach Angaben des Kyiv Post gegen 3:23 Uhr auf Telegram gewarnt: „Charkiw steht unter einem kombinierten Angriff mit ballistischen Raketen und KABs – seien Sie vorsichtig!“ Mit KABs sind gelenkte Fliegerbomben gemeint. Wegen der Gefahr ballistischer Angriffe galt in mehreren Regionen des Landes Luftalarm der roten Stufe, wie Ukrinform meldet.

Charkiw liegt 30 Kilometer von der Grenze entfernt

Charkiw ist mit rund 1,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Ukraine und liegt nur etwa 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs ist die Stadt immer wieder Ziel von Raketen-, Drohnen- und Gleitbombenangriffen.

Der Angriff fällt in eine angespannte Lage. Nach Darstellung des Kyiv Post hatte Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner abendlichen Ansprache am Montag, 2. November, gewarnt, der ukrainische Geheimdienst habe Vorbereitungen für einen weiteren massiven russischen Angriff erkannt, der sich vor allem gegen Energie- und Logistikinfrastruktur richte. Moskau könnte demnach versuchen, die internationale Aufmerksamkeit auf die US-Zwischenwahlen an diesem Dienstag zu nutzen. Zudem verwies Selenskyj auf Schwierigkeiten der Ukraine, Abfangraketen für das Patriot-System zu beschaffen.

Der Beschuss von Charkiw folgt auf einen verlustreichen Tag für die Zivilbevölkerung: Am Montag hatten russische Flugzeuge nach Angaben des Kyiv Post eine Schule in Komyschuwacha in der Region Saporischschja bombardiert, in der humanitäre Hilfe verteilt wurde. Mindestens 26 Menschen kamen dabei ums Leben. Nach dem ersten Einschlag seien weitere Bomben auf einen Schutzraum abgeworfen worden, in dem Zivilisten Zuflucht gesucht hatten.

Anmerkung der Redaktion: Die Opferzahlen beruhen auf unterschiedlichen Angaben ukrainischer Stellen zum Zeitpunkt der jeweiligen Meldung. Die Lage vor Ort ist in Bewegung; neue offizielle Zahlen können die genannten Werte ersetzen.

Quellen

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