Bei dem russischen Raketenangriff auf Kyjiw in der Nacht zum Donnerstag ist das Dach des Klosters Mariä Opferung durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete beschädigt worden. Wie Ukrinform berichtet, wurden bei dem Angriff in der Nacht in Kyjiw ein Mensch getötet und 24 weitere verletzt. In sechs Stadtbezirken der ukrainischen Hauptstadt wurden Brände und Zerstörungen dokumentiert.
Nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zielten allein auf Kyjiw 21 Raketen, die in drei Wellen anflogen, wie tagesschau.de berichtet. Infrastruktur sowie Wohn- und Geschäftsgebäude seien beschädigt worden. Insgesamt waren laut Selenskyj zwölf Regionen des Landes in der Nacht Ziel russischer Angriffe; 34 Menschen seien verletzt worden, darunter fünf Kinder. Die Zahl der Todesopfer geben die Quellen unterschiedlich an: tagesschau.de nennt mindestens zwei Tote und 34 Verletzte für die gesamte Ukraine, Ukrinform für Kyjiw einen Toten und 24 Verletzte.
Das Nachrichtenportal spiegel.de meldet unter Berufung auf Militärangaben, die Hauptstadt sei am späten Abend mit ballistischen Raketen beschossen worden. Die höchste Alarmstufe sei um 22.06 Uhr Ortszeit ausgelöst worden, zwei Minuten später habe die ukrainische Luftwaffe den Anflug mehrerer Raketen gemeldet. Eine zweite Angriffswelle folgte demnach etwa anderthalb Stunden später, ohne dass neue Einschläge gemeldet wurden. Bürgermeister Witali Klitschko teilte mit, auf dem östlichen Ufer des Dnipro seien Wohnhäuser und eine Tankstelle durch Trümmer beschädigt worden; sechs Menschen seien verletzt worden.
Der Angriff fiel mit neuen diplomatischen Signalen zusammen. Nach Angaben des Kremls hat Präsident Wladimir Putin einer Wiederaufnahme trilateraler Gespräche mit der Ukraine und den USA grundsätzlich zugestimmt. Die Verhandlungen sollen laut Putins Berater Juri Uschakow nach dem 10. November beginnen und sich auf den Aufbau eines Sicherheitssystems für beide Länder nach Ende des Konflikts konzentrieren, wie tagesschau.de berichtet. Die von US-Sondergesandter Steve Witkoff übermittelten Vorschläge der Europäer und der Ukraine enthielten aus russischer Sicht „nicht viel Substanz“, so Uschakow. Selenskyj reagierte positiv auf die Gesprächsangebote und regte ein Treffen auf Ebene der Unterhändler möglichst bis Anfang November an. Zugleich sagte er dem US-Nachrichtensender Fox News, die Frontlinie müsse „jetzt“ eingefroren werden.
Aus Moskau wurden ebenfalls Angriffe gemeldet. Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, teilte mit, in der Nacht seien 630 Drohnen in Richtung der Region gestartet worden; die meisten seien von der russischen Luftabwehr zerstört worden, zwei Menschen seien verletzt worden. Wie spiegel.de berichtet, steuerten 163 der Drohnen auf Moskau zu.



