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Drohnenangriff auf Bahnhof in Dnipro tötet 13 Menschen

Ein mit Düsenantrieb angetriebener Drohne hat am Donnerstag einen Bahnsteig im Bahnhof der ukrainischen Stadt Dnipro getroffen. Nach Angaben der Regionalverwaltung starben mindestens 13 Menschen, mindestens fünf weitere wurden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte später 13 Tote und zehn Verletzte.

Drohnenangriff auf Bahnhof in Dnipro tötet 13 Menschen
Archivfoto: VKras / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Ein mit Düsenantrieb angetriebener Drohne hat am Donnerstag einen Bahnsteig im Bahnhof der ukrainischen Stadt Dnipro getroffen. Nach Angaben der Regionalverwaltung starben mindestens 13 Menschen, mindestens fünf weitere wurden verletzt. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte später 13 Tote und zehn Verletzte.

Bei einem russischen Drohnenangriff auf den Bahnhof der ukrainischen Großstadt Dnipro sind am Donnerstag mindestens 13 Menschen getötet worden. Zehn weitere Menschen seien verletzt worden, erklärte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstag im Onlinedienst X, wie Interfax-Ukraine berichtet. Zuvor hatte der Gouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexandr Hanscha, auf Telegram 13 Tote und mindestens fünf Verletzte gemeldet, wie Ukrinform und der österreichische Sender ORF berichten.Nach Angaben des staatlichen Eisenbahnbetreibers Ukrzaliznytsia traf eine Drohne mit Düsenantrieb einen Bahnsteig, an dem der Zug Nr. 866 in Richtung Saporischschja hielt. „Trotz einer angekündigten erhöhten Gefahrenwarnung hielten sich Menschen auf dem Bahnsteig auf. Es gibt Tote und Verletzte“, berichtet das Nachrichtenportal NV unter Berufung auf die Eisenbahn. Rettungskräfte, medizinisches Personal und Sicherheitskräfte seien im Einsatz. Der Bürgermeister von Dnipro, Borys Filatow, sprach von einer „Tragödie“: „Eine Drohne hat einen zivilen Vorortzug getroffen. Viele Menschen getötet. Viele Verletzte“, schrieb er laut NV.Ein Angriff auf einen vollen Bahnsteig

Laut NV befanden sich zum Zeitpunkt des Einschlags sowohl ein Vorortzug als auch ein planmäßiger Personenzug am Bahnsteig. Die ukrainische Luftwaffe hatte laut NV gegen 10.50 Uhr Ortszeit eine Drohne mit Düsenantrieb über Dnipro gemeldet. Der Sender Suspilne berichtete von einem Krankenwagen nach dem anderen, die Verletzte vom Bahnhof in Krankenhäuser brachten; mindestens sieben Verletzte seien in Kliniken der Stadt eingeliefert worden. Selenskyj bestätigte am Donnerstagmittag die Zahl von 13 Toten und zehn Verletzten und veröffentlichte laut NV Aufnahmen des Angriffs.Der Präsident verband den Angriff mit einer politischen Forderung: Russland setze seine „Terrorangriffe“ fort, „seit Sanktionen gegen bestimmte russische Oligarchen und den russischen Energiesektor gelockert wurden, statt zu deeskalieren“. Deshalb brauche es „neue, stärkere Sanktionsschritte der EU, der Vereinigten Staaten und der G7“, so Selenskyj laut Interfax-Ukraine.Kölns Partnerstadt und die Erinnerung an Kramatorsk

Dnipro ist die Partnerstadt Kölns; der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet über den Angriff auch mit Blick auf diese Verbindung. Die Millionenstadt am Dnipro ist seit Beginn des russischen Angriffskriegs immer wieder Ziel von Raketen- und Drohnenangriffen gewesen. Wie NV berichtet, führt Russland seit dem Überfall im Februar 2022 gezielt Angriffe auf ukrainische Bahnhöfe und die Infrastruktur von Ukrzaliznytsia. Der bislang tödlichste Angriff auf einen Bahnhof war demnach der Beschuss des Bahnhofs von Kramatorsk am 8. April 2022, bei dem 59 Menschen starben und mehr als 100 verletzt wurden; damals warteten Hunderte Menschen auf Evakuierungszüge.Der Angriff vom Donnerstag fällt in eine Phase, in der die Ukraine nach russischen Angaben einen der bislang größten Gegenangriffe geflogen hat. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Donnerstagmorgen mit, 1.214 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet abgewehrt zu haben, wie der ORF berichtet. Eine unabhängige Bestätigung dieser Zahl liegt nicht vor.Waffenruhe in Oleschky hält – Hilfe soll in Kürze rollen

Unterdessen hält die seit Dienstag geltende Waffenruhe in der von russischen Truppen besetzten Frontstadt Oleschky im Gebiet Cherson. In der Stadt liefen die Arbeiten zur Beseitigung und Entschärfung von Minen erfolgreich, um einen sichereren Hilfskorridor zu schaffen, wie der ukrainische Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez und seine russische Kollegin Jana Lantratowa zeitgleich mitteilten, berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“ unter Verweis auf die Nachrichtenagentur dpa. „Parallel dazu stellen wir bereits die humanitäre Hilfslieferung zusammen, die wir morgen nach Oleschky bringen wollen“, sagte Lubinez. Lantratowa sagte laut dem Bericht: „Die Waffenruhe hält schon 54 Stunden. Beide Seiten erfüllen ihre Verpflichtungen.“ Es gebe keine Verstöße.Die Bewohner sollen an diesem Samstag über einen humanitären Korridor die Stadt verlassen können; wer bleibt, soll Lebensmittel und Medikamente erhalten. In Oleschky leben nach Schätzungen noch etwa 1.500 bis 2.000 Menschen, darunter Dutzende Kinder – vor dem Krieg waren es 24.000. Die Waffenruhe ist bis Sonntagabend angesetzt. Vermittelt hatte sie US-First-Lady Melania Trump; auch Papst Leo XIV. hatte sich nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ in Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und Selenskyj für die humanitäre Feuerpause eingesetzt.Anmerkung der Redaktion: Der Angriff auf den Bahnhof von Dnipro und die humanitäre Aktion in Oleschky sind zwei getrennte Vorgänge. Die Zahl der Verletzten in Dnipro wurde im Laufe des Donnerstags von fünf auf zehn korrigiert; maßgeblich ist die Angabe des Präsidenten.

Quellen

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